Marktreport Europa — alle 18 Länder im Vergleich · Unternehmenswert-Rechner mit den Multiples dieser Seite · Rohdaten als CSV (CC BY 4.0) · Widget einbetten · zitierbar als DOI 10.5281/zenodo.22698776

Marktreport · Stand 15.09.2026 · wird täglich neu berechnet

Der deutsche Nachfolgemarkt in Zahlen

Wie viele Unternehmen stehen in Deutschland gerade zum Verkauf — und welche? Diese Auswertung beruht auf 14.045 aktiven Verkaufsinseraten, die wir täglich über die großen deutschen Unternehmensbörsen hinweg erfassen.

14.045Unternehmen zum Verkauf
2.223Kaufgesuche
6 Mrd. €Umsatz aggregiert
26.609Arbeitsplätze

Umsatz- und Beschäftigtensummen beziehen sich auf die 1.838 bzw. 1.475 Inserate mit bezifferten Angaben; die tatsächlichen Werte liegen entsprechend höher.

Der Markt ist ein Kleinunternehmer-Markt

Die verbreitete Vorstellung vom Nachfolgemarkt ist die des gestandenen Mittelständlers mit dreistelliger Mitarbeiterzahl. Die Inserate zeichnen ein anderes Bild: 34 % der Unternehmen mit Umsatzangabe liegen unter 250.000 € Jahresumsatz, 63 % der Betriebe mit Beschäftigtenangabe haben höchstens fünf Mitarbeiter. Der typische Übernahmekandidat in Deutschland ist der Handwerksbetrieb, das Restaurant, die Praxis — nicht die Maschinenbaufabrik.

Umsatzgrößen

bis 50 Tsd. €
5256 %
50 – 250 Tsd. €
2.47828,4 %
250 – 500 Tsd. €
1.36115,6 %
500 Tsd. – 2,5 Mio. €
3.00534,4 %
über 2,5 Mio. €
1.36015,6 %

8.729 von 14.045 Inseraten mit Umsatzangabe

Betriebsgrößen nach Beschäftigten

bis 5
5.64662,8 %
6 – 10
1.48016,4 %
11 – 20
1.05311,7 %
21 – 50
6096,8 %
über 50
2092,3 %

8.997 von 14.045 Inseraten mit Beschäftigtenangabe

Klein heißt nicht unrentabel: Bei den 1.342 Inseraten mit bezifferten Ertragszahlen liegt die Median-Umsatzrendite bei 13 %. Zum Verkauf stehen überwiegend gesunde Betriebe — verkauft wird wegen fehlender Nachfolge, nicht wegen fehlender Gewinne.

Welche Branchen suchen Nachfolger?

Die Verteilung folgt der Struktur des deutschen Mittelstands — und der Altersstruktur seiner Inhaber. Jede Branche ist verlinkt und führt zu den aktuellen Angeboten. Prozentwerte beziehen sich auf alle 14.045 Inserate; Angebote ohne eindeutige Branchenzuordnung sind nicht dargestellt.

2.19515,6 %
Handwerk
2.19215,6 %
Dienstleistung
2.09314,9 %
Gastronomie & Hotel
5173,7 %
Gastgewerbe
4403,1 %
Verarbeitendes Gewerbe
4343,1 %
Industrie & Produktion
3372,4 %
Baugewerbe
3202,3 %
Freizeit & Wellness
2802 %
sonstige Branchen
2381,7 %
Transport & Logistik
1991,4 %
Immobilien & Bauwesen
1991,4 %

Wo stehen die Unternehmen?

In absoluten Zahlen führen die bevölkerungsreichen Länder — wenig überraschend. Interessanter ist die Angebotsdichte weiter unten.

1.2068,6 %
5674 %
4213 %
3432,4 %
2301,6 %
2291,6 %
2151,5 %
1060,8 %
630,4 %

Angebotsdichte: Inserate je 100.000 Einwohner

Erst der Einwohnerbezug macht die Länder vergleichbar. Er zeigt, wo das Angebot im Verhältnis zur Wirtschaftskraft besonders dicht ist — und damit, wo Käufer die größte Auswahl pro Kopf finden.

Bundeslandje 100 Tsd. Einw.
1Baden-Württemberg12,4
2Hamburg12,1
3Schleswig-Holstein11,9
4Saarland10,7
5Sachsen10,3
6Nordrhein-Westfalen10,2
7Thüringen10,2
8Bremen9,3
9Bayern9
10Berlin9
11Hessen8,9
12Brandenburg8,8
13Niedersachsen8,4
14Rheinland-Pfalz8,3
15Sachsen-Anhalt7
16Mecklenburg-Vorpommern6,6

Einwohnerzahlen: Statistisches Bundesamt, Stand 2024.

Was kostet ein Unternehmen?

Von den 1.051 Inseraten mit offen genanntem Kaufpreis liegt die Hälfte zwischen 80.000 € und 500.000 €; der Median beträgt 120.000 €. Ein bestehendes Unternehmen ist damit für viele erschwinglicher als eine Immobilie — und anders als diese bringt es Einkommen mit.

Angebotspreis im Verhältnis zum Umsatz

Über 853 Inserate hinweg werden Unternehmen im Median zum 0,57-fachen Jahresumsatz angeboten — mit großen Branchenunterschieden:

BrancheInserateMedian Preis/Umsatz
Dienstleistung1720,57×
Handel730,38×
Handwerk680,4×
Industrie580,57×
Gastronomie & Hotel530,53×
Einzelhandel Non-Food510,67×
Baugewerbe420,57×
Onlinehandel300,57×
Großhandel Konsumgütern290,57×
Industrie & Produktion281,2×
IT-Branche27
Freizeit251,33×

Basis sind Angebotspreise (nicht Abschlüsse); Umsätze teils aus Spannenmitten. Software- und wiederkehrende Geschäftsmodelle erzielen deutlich höhere Faktoren als Handel oder Transport.

Angebot trifft Nachfrage: 2.223 Kaufgesuche

Den Angeboten stehen aktive Kaufgesuche gegenüber — Käufer, Nachfolger und Investoren, die gezielt suchen. Das Verhältnis zeigt, wo Verkäufer gute Karten haben und wo Käufer aus dem Vollen schöpfen:

BrancheAngeboteGesucheAngebote je Gesuch
Handel2.19510720,5
Handwerk2.1924644,7
Dienstleistung2.0932847,4
Gastronomie & Hotel5170
Gastgewerbe440528,5
Verarbeitendes Gewerbe4342291,9
Industrie & Produktion3370
Baugewerbe3201102,9
Freizeit & Wellness2800
sonstige Branchen2380

Je niedriger der Wert, desto umkämpfter die Branche aus Käufersicht. Alle Gesuche unter nachfolgescreener.de/gesuche.

Wie lange stehen Unternehmen zum Verkauf?

Von den Inseraten mit erkennbarem Einstelldatum sind 74 % länger als 90 Tage am Markt, 681 kamen in den letzten 30 Tagen neu hinzu. Ein Unternehmensverkauf ist kein Sofortgeschäft: Wer als Verkäufer plant, sollte mit Monaten rechnen — wer als Käufer sucht, findet auch in älteren Inseraten oft verhandlungsbereite Anbieter.

BrancheInserateMedian Marktzeitälter als 180 Tage
Handwerk1.621215 Tage57 %
Handel1.200158 Tage45 %
Dienstleistung915155 Tage45 %
Gastgewerbe440160 Tage46 %
Verarbeitendes Gewerbe434175 Tage49 %
Baugewerbe254187 Tage54 %
Gesundheits- und Sozialwesen163190 Tage53 %
Information und Kommunikation160166 Tage45 %

Datenbasis: Inserate mit Portal-Einstelldatum. Handwerk und Bau stehen am längsten — hier treffen die meisten Übergaben auf die wenigsten Interessenten je Angebot.

Zur Methodik

Grundlage sind alle öffentlich inserierten Verkaufsangebote, die Nachfolgescreener über die großen deutschen Unternehmensbörsen hinweg täglich erfasst und dedupliziert. Ausgewertet werden ausschließlich als aktiv erkannte Inserate. Da nicht jedes Inserat Umsatz, Beschäftigte oder Preis angibt, beziehen sich die jeweiligen Auswertungen auf die Teilmenge mit Angabe — die Bezugsgröße steht an jeder Grafik. Umsatz- und Größenangaben liegen je nach Börse als Spanne oder als exakter Wert vor; für die Verteilungen wurden beide auf gemeinsame Klassen normalisiert, Spannen dabei über ihren Mittelwert eingeordnet. Die Zahlen bilden das öffentlich inserierte Angebot ab; ein erheblicher Teil der Unternehmensnachfolgen wird nie inseriert.

Alle Zahlen dieses Reports sind durchsuchbar: Filtere den kompletten Bestand nach Branche, Region, Umsatz und Betriebsgröße.

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