Unternehmenskauf finanzieren: Eigenkapital, KfW & Verkäuferdarlehen
Wie Käufer den Kaufpreis stemmen: typische Finanzierungsbausteine von Eigenkapital über Förderkredite bis Earn-out.
Kaum ein Käufer bezahlt ein Unternehmen komplett aus eigener Tasche. Übliche Übernahmefinanzierungen sind ein Baukasten aus mehreren Quellen.
Die typischen Bausteine
Eigenkapital (10–30 %): Banken erwarten eine spürbare Eigenbeteiligung — sie zeigt, dass der Käufer ins Risiko geht.
Bankdarlehen: Das Rückgrat der meisten Deals. Bei fehlenden Sicherheiten helfen die Bürgschaftsbanken der Länder mit Ausfallbürgschaften bis 80 %.
Förderkredite: Der ERP-Gründerkredit bzw. KfW-Unternehmerkredit finanziert auch Übernahmen und Beteiligungen — beantragt über die Hausbank. Viele Länder haben zusätzliche Nachfolge-Programme.
Verkäuferdarlehen: Der Verkäufer lässt einen Teil des Kaufpreises als Darlehen stehen (üblich: 10–20 %, nachrangig). Für Banken ein starkes Signal.
Earn-out: Ein Kaufpreisteil fließt nur, wenn das Unternehmen definierte Ziele erreicht — verteilt Risiko, birgt aber Konfliktpotenzial bei der Messung.
Wie viel Unternehmen kann ich mir leisten?
Daumenregel: Der Kaufpreis muss sich aus den Erträgen des Unternehmens in 5–8 Jahren zurückzahlen lassen — nach Unternehmerlohn und Investitionen. Wer 100.000 € Eigenkapital mitbringt, kann je nach Ertragskraft realistisch Unternehmen im Bereich von 300.000 bis 700.000 € Kaufpreis stemmen.
Häufigster Fehler
Zu knapp finanzieren: Nach dem Kauf braucht es Liquiditätsreserve für Working Capital, Investitionen und die Übergangsphase. Wer den letzten Euro in den Kaufpreis steckt, gefährdet den Start.
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