Wissen · Stand 24.08.2026

Unternehmenswert berechnen: Die 3 wichtigsten Methoden

Ertragswertverfahren, Multiplikator-Methode und Substanzwert — wie kleine und mittlere Unternehmen in der Praxis bewertet werden.

„Was ist mein Unternehmen wert?" — die zentrale Frage jeder Nachfolge. Einen objektiv richtigen Wert gibt es nicht, aber etablierte Methoden, die einen Verhandlungskorridor liefern.

1. Multiplikator-Methode (Praxis-Standard bei KMU)

Der Unternehmenswert ergibt sich aus einer Ergebnisgröße mal einem branchenüblichen Faktor: Unternehmenswert = EBIT × Multiple. Kleine Unternehmen werden typischerweise mit dem 3- bis 6-fachen EBIT bewertet, größere Mittelständler höher. Die Multiples variieren stark nach Branche, Größe und Abhängigkeit vom Inhaber — Fachmedien wie das FINANCE-Magazin veröffentlichen regelmäßig Richtwerte.

2. Ertragswertverfahren

Hier werden die zukünftig erwarteten Erträge auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst. Das vereinfachte Ertragswertverfahren nutzt auch die Finanzverwaltung. Das Verfahren ist theoretisch sauber, hängt aber stark von den Planannahmen und dem Kapitalisierungszins ab.

3. Substanzwert

Die Summe der Verkehrswerte aller Vermögensgegenstände abzüglich Schulden. Er spielt als Wertuntergrenze eine Rolle, etwa bei anlagenintensiven Betrieben — ignoriert aber Ertragskraft, Kundenstamm und Know-how.

Was den Preis wirklich treibt

Am Ende zählt, was ein Käufer zu zahlen bereit ist. Werttreiber sind: geringe Inhaberabhängigkeit, wiederkehrende Umsätze, dokumentierte Prozesse, qualifiziertes Team, diversifizierter Kundenstamm. Wertkiller: der Chef ist der Vertrieb, Investitionsstau und Klumpenrisiken bei einzelnen Kunden.

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